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Endlich angekommen!
Wer kennt es nicht – das Gefühl oder das Bedürfnis nach Sonne, Luft und Weite – kurz nach wirklicher Freiheit? Es hat mich seit meiner Kindheit begleitet und ließ mich auch auf all meinen Etappen im Leben nicht los, obwohl ich immer wieder dachte, jetzt habe ich mir eine gewisse Freiheit geschaffen!
Ich fand diese Freiheit immer nur für eine gewisse Zeit, und danach wurde ich wieder unruhig, weil es offensichtlich nicht das war, wonach ich wirklich suchte.
Im Beruf klappte es für Jahre hervorragend; ich hatte, die Möglichkeit, in aller Herren Länder zu reisen, ich lernte fremde Kulturen und andere Mentalitäten kennen, ich besichtigte die Metropolen der Welt – und trotzdem – auch hier war ich nach Jahren des Reisens nicht wirklich dort angekommen, wonach ich mich im Innersten wohl sehnte oder wonach ich suchte.
Auch mit meinem Partner hatte ich großes Glück, denn er schränkte mich nicht ein in meinem Freiheitsdrang, sondern unterstützte mich bei all meinen Herausforderungen beruflicher Art.
Wir haben nun schon mehr als 30 gemeinsame Jahre hinter uns, und ich denke, dass wir auch noch einige schöne Jahre vor uns haben werden, vor allem, wenn ich an unseren gemeinsamen Traum vom Leben im Süden denke.
Und dieser Traum, der sich seit unseren vielen Italien-Aufenthalten in den Ferien (und bei mir auch beruflich bedingt) in unseren Köpfen eingenistet hat, sollte nun tatsächlich wahr werden.
Wie so oft in meinem Leben, gaben glückliche Zufälle den Anstoß zu einer Veränderung- so auch in diesem Fall!
Wir hatten nach unseren vielen Italienreisen vor einigen Jahren auch begonnen, Sardinien zu entdecken und uns vor zwei Jahren entschlossen, in einer bestimmten Region im Südosten auf die Suche nach einem möglichen Domizil zu suchen. Die Sommer in Deutschland missfielen uns mehr und mehr (wenn man von einigen Ausnahmejahren absieht…) und bestärkten uns darin, endlich neben einem freieren Leben nach den Zwängen im Beruf auch die Sonne und die Wärme zu haben, die wir hier so vermissten. Der Zufall wollte es, dass wir einen flüchtigen Bekannten wieder trafen, der genau in der von uns ausgesuchten Küstenregion ein Häuschen für sich gebaut hatte, aber aus persönlichen Gründen einen Verkauf im Auge hatte. Es war kaum zu glauben, aber es war genau das, was wir uns erträumt hatten: in herrlicher Umgebung in den Hügeln gelegen, aber mit Blick aufs Meer, keine 10 Minuten zum Strand, eine kleine Stadt mit allen nötigen Einrichtungen ganz in der Nähe (sogar mit einem Krankenhaus), ein großes Grundstück von etwas mehr als einem Hektar in landwirtschaftlichem Umfeld mit einem beträchtlichen Olivenbaumbestand (allerdings wilde), und das Haus selbst noch unvollendet, sodass wir viele Dinge noch selbst mit entscheiden konnten… Und noch ein ganz wichtiger Aspekt dabei war, dass sich das Grundstück weit genug weg von der nächsten ‚Touristen-Hochburg’ befand. Wir wollten ja wirklich unter und mit den Einheimischen dort leben.
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Selbstverständlich musste so ein Paradies noch einen Haken haben! Und er war schnell ausgemacht; das Gelände muss landwirtschaftlich genutzt werden, andernfalls darf das Haus nicht oder nur teilweise bewohnt werden. Es war aber lediglich als landwirtschaftlicher Bau deklariert und keineswegs für Wohnzwecke eingetragen. Um eine Nutzungsänderung zu erreichen, müssen entsprechend viele Olivenbäume angepflanzt werden, und auch sonst sind ein paar Umbauten am Haus vorzunehmen, um die Vorschriften zu erfüllen. Uns war klar, dass uns einige Hürden bevorstehen, bis wir offiziell dort wohnen und arbeiten können. Und letztendlich war es auch noch einige Jahre zu früh für unseren Traum, denn wir waren beide noch nicht im Pensionsalter – das würde noch einige Jahre dauern.
Aber allein dort unsere Ferien zu verbringen (wir sparten uns nun jeden nur möglichen Tag dafür auf, verzichteten sogar auf unsere regelmäßigen Skifahrten im Winter und unsere heiß geliebten Radl-Ausflüge, soweit sie über mehrere Tage reichten), war schon ein Traum an sich. Wir arbeiteten wie die Wilden, genossen die Landschaft, die Sonne und das Meer in vollen Zügen und fühlten uns wirklich herrlich frei und unbeschwert! Auch die bevorstehenden Hürden konnten uns nicht wirklich die Begeisterung rauben. Und an den Erholungswert dieser Aufenthalte kam kein noch so schöner Urlaub in früheren Jahren ran. Wir waren so glücklich, und von der Aussicht beflügelt, in einigen Jahren ganz oder überwiegenden Teil des Jahres dort zu verbringen, sahen wir die Zukunft mehr als nur positiv. Wir hatten ein gemeinsames Ziel, für das es sich lohnte, alle möglichen Mühen und auch finanziellen Hürden auf sich zu nehmen. Und auch davon gab es genügend, denn in unserer Euphorie machten wir natürlich auch einige Fehler…
Wir machten bei unseren vielen Aufenthalten natürlich auch negative Erfahrungen, aber die positiven überwogen bei weitem, vor allem im Zusammenhang mit den Menschen in unserer unmittelbaren Umgebung, mit unseren Nachbarn. Sogar eine überaus wichtige Freundschaft entwickelte sich schon während unseres ersten Jahres dort – und wenn man bedenkt, dass wir ja unter lauter Einheimischen leben, ist das ein nicht zu unterschätzender Faktor. Sicher hat uns dabei die Tatsache, dass ich relativ gut italienisch spreche, enorm geholfen. Aber die Akzeptanz auch der Hirten in der Umgebung als Ausländer zu erreichen, war das schwierigste Stück Arbeit, denn diese Menschen sind ganz allgemein nicht gut auf diejenigen zu sprechen, die durch Einzäunung ihre Weide-Möglichkeiten einschränken…
Ich beschloss schon in den ersten Monaten der Verwirklichung unseres Traums, darüber ein Buch zu schreiben und machte regelmäßig Notizen, damit ich es später leichter hatte, alle Erlebnisse auch chronologisch richtig zusammen zu fassen. Und ich kann versprechen, es passierte genügend, um daraus ein amüsantes und streckenweise sogar spannendes Buch zu machen. Und mehr als 150 Seiten Rohentwurf warten schon auf die Fortsetzung! Und dann kommt wahrscheinlich die größte Herausforderung, den richtigen Verlag für die Herausgabe meines Buches zu finden. Arbeitstitel: Endlich angekommen!
Mirjam Cauli |
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Für alle Beiträge in der Literaturwerkstatt gilt: Für
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