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Fundstücke

   

Der eigene Berg

Bonjour, Tristesse, sagen sich die Lettenmayers, als sie kurz nach Weihnachten zum Notarstermin für ihren "Sommernachtstraum" (Maklerexposé) in Südfrankreich eintreffen, für den Horst 3 Monate zuvor einen Vorvertrag unterzeichnet hatte. Menschenleere, windgepeitschter Regen, knietiefer Schlamm auf den 4 Hektar des eigenen Hügels. Das Dach des alten Bauernhauses leckt, die 360° Panorama-Weitsicht reicht bis zur nächsten Zypresse. Gaby, die das Objekt nur von Fotos kennt, denkt an ihre warme Münchner Altbauwohnung, die Kinder wollen nach 12 Stunden Fahrt trotzdem lieber im Auto sitzen bleiben. Mit einem späten Anruf beim Makler bringt Horst die Angelegenheit auf den Punkt: "Haus oder Familie, ich muß vom Vertrag zurücktreten". Der Makler prüft den Wortlaut des Schriftstücks. Ein Rücktritt wäre unter Verlust der 10%igen Garantiezahlung von 60.000 Francs möglich, der Verkäufer muß jedoch zustimmen. "Das Geld hab' ich schon abgeschrieben", sagt Horst, "bis morgen". Am nächsten Tag angespannte Gesichter beim Notar, zur Rechnung hinzu kommen nämlich seine Auslagen und die Maklerprovision, insgesamt also rund 110.000 Francs Verlust für Horst. Der Verkäufer hat seinen eigenen Notar mitgebracht, der darauf hinweist, daß die Sicherheitszahlung als acompte (Anzahlung) und nicht als arrhes (Reuegeld) ausgewiesen wurde - er behält sich deshalb vor, den Kauf gerichtlich durchzusetzen. Die Lettenmayers unterschreiben grimmig.
© O.Kirner/villafrance sa

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Nach langer Suche:
endlich ein Traum-Objekt !


"Wie das Haus aussieht, spielt keine Rolle, cher Monsieur, das gestalten wir uns dann schon aus", sagt Diplom-Ingenieur Bernd Meister seinem französischen Makler, "sie kennen ja das Motto ihres Berufes: Lage, Lage, Lage! - und für meine Frau und mich heißt das übersetzt: erstens, schöne Sicht; zweitens, Ruhe und gute Luft; drittens, eine gute Infrastruktur, wie wir sie hier bei ihnen ja vorfinden: höchstens eine Stunde zum Airport und nicht mehr als eine Viertelstunde zur nächsten Einkaufsstadt. Geben sie mir ein Zeichen, wenn sie etwas für uns haben". Am selben Nachmittag reist Meister zurück ins deutsche Winsen. Eine Woche später ruft ihn der Agent Immobilier an: "Erbsache - dringend - der Landsitz eines Arztes - 45 Minuten Toulouse-Ost - Sicht in alle Richtungen bis zur Erdkrümmung - ein in Blei gegossener geodätischer Höhenpunkt des nationalen Vermessungsinstitutes in der Außenmauer…". Meister fliegt am nächsten Tag nach Süd-Frankreich. Er reicht sofort ein Kaufangebot ein. Die Erben stimmen dem Angebot zu, ein Notar soll die Akte erstellen. Im Rahmen der Vertragsprüfung taucht ein Allen bisher unbekanntes, außereheliches Kind des Landarztes auf. Meister wartet auf die Einwilligung dieses letzten Erben über fünf Monate. Dann beginnt er die Sanierung.
© O.Kirner/villafrance sa



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    Ich habe entschlossen,
mich auf Mallorca nicht einzukaufen

... Offen ist für mich allerdings die Frage der Überfremdung, speziell durch Deutsche. Solange Mallorca nur als das Florida Deutschlands galt, ein Wartesaal auf den Friedhof in einem sonnigen und wärmeren Flecken im Mittelmeer mit perfekter deutscher Infrastruktur, war die Welt in Ordnung. Aber selbstverständlich wollen nun die Deutschen, die dort ihr Geld verdienen, Metzger, Wirte, Autoverleiher, Ärzte, Makler, Journalisten, Tourismusexperten, Entertainer, Hoteliers bis runter zum einfachen Finca Besitzer mitreden und vor allem auch mitentscheiden. Und den Mallorquinern droht die Kontrolle über ihre Insel aus der Hand zu gleiten. Dies wird nicht reibungslos passieren. Und Opfer dieser Auseinandersetzungen werden die Besucher und noch mehr die nichtspanischen Bewohner werden. Dies wird die Attraktivität Mallorcas nachhaltig verschlechtern.
Ich habe mich deshalb entschlossen, mich auf Mallorca nicht einzukaufen...

Auszug aus Otto Buchegger's "Winter in Mallorca", www.buchegger.de/mallorca.html
Mit freundlicher Genehmigung



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    Lebensort

Der Lebens- oder Wohnort ist für mich der wichtigste äußere Parameter für ein glückliches Leben. Und trotzdem nutzen ihn viele Menschen nicht aus. Höchstens, wenn sie ihren Urlaub aussuchen, bekommt ein Ort Bedeutung oder für gutverdienende Menschen auf der Flucht vor der Steuer.
Es gibt sicher viele Gründe, warum Menschen ihren Lebensort nicht verlassen wollen oder auch können. Wer in seiner Heimat tief verwurzelt ist, wird gar nicht auf die Idee kommen, sie zu verlassen. Und wer keinen Paß bekommt, kann auch nicht auswandern. Aber junge Menschen, vor allem die Bürger der EU, sollten sich zumindest die Frage nach dem Lebensort stellen und auch einige Versuche unternehmen, sich einen geeigneteren zu suchen. Und Menschen, die in ihrem Umfeld unglücklich sind, finden mit dem Auswandern vielleicht eine wesentlich bessere Umgebung für sich. Dazu will ich hier beitragen...

Auszug aus Otto Bucheggers Praxilogie www.praxilogie.de/ort.html
Mit freundlicher Genehmigung


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www.westalgarve.de empfiehlt die
alento Literaturwerkstatt

"Das ist eine hochinteressante Seite mit Berichten von Deutschen, die nach Portugal ausgewandert sind. Sehr lang, aber auch sehr lesenswert, da auch die Schwierigkeiten und Probleme auftauchen. Bewertung: 2"
15. August 2001

               
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